 Im Jahr 1260 baute Jaume I. die Kapelle zum Kloster Santuari Mare de Deu de Lluc aus. Bald wurde die dort vorhandene schwarze Madonna von unzähligen Pilgern verehrt, die die beschwerliche und gefahrvolle Wanderung nicht scheuten. Hundert Jahre später entstand ein Pilgerweg zwischen Lluc und Inca, den sieben Marienstatuen säumten. Zwei dieser Kunstwerke, die von Llorenc Tosquella geschaffen und von Pere Mercol bemalt wurden, sind heute noch erhalten - eines im Museum der Wallfahrtskirche von Lluc, das andere auf der Placa dels Pelegrins. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Wallfahrtskirche, die im Lauf der Jahre eine ständig wachsende Bedeutung erlangt hatte, von einem Priesterkollegium verwaltet. Heute sind dies die Missioners dels Sagrats Cors (die Missionare vom Heiligen Herzen), deren erster Prior Joaquim Rossello im Magnoliengarten ein Denkmal erhielt. Durch die Initiative des Adligen Tomas de Tomas gründete man ein Priesterseminar. Daher erhob Papst Kalixt III. im Jahr 1456 die Esglesia de Lluc zur Stiftskirche. Seit Papst Clemens VII. ist die Kirche verpflichtet, jeden Morgen zu Ehren der Mare de Deu de Lluc eine Messe zu feiern. Dabei singen sechs Mitglieder des 1450 gegründeten Knabenchors "els Blauets". Dieser Name des mittlerweile weithin bekannten und berühmten Chors rührt von den blauen Soutanen der Sänger her. Der Knabenchor besteht aus Schülern des Gymnasiums Collegi de Lluc, einem dem Santuari angeschlossenen Internat. Die heutige Kirche - eine Kreuzbasilika - besteht aus einem Hauptschiff mit Tonnengewölbe und je drei Kapellen auf der linken und rechten Seite. Das Längsschiff ist 28,28 Meter lang und 6,70 Meter breit; die Länge des Querschiffs und somit die Gesamtbreite der Kirche beträgt 13,45 Meter. Am Kreuzungspunkt der beiden Schiffe befindet sich eine aufwändig gestaltete Kuppel mit Darstellungen der zwölf Apostel. Das Material für die steinernen Gesimse und Bögen stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Im Querschiff sind die Heiligen Franziskus, Sebastian, Catalina Tomas und Teresa de Jesus zu sehen. Die ganze Kirche samt dem Chor ist reich mit Gold verziert - auch der Hochaltar aus dem Jahr 1684 mit dem Gemälde von Mestre Jaume Blanquer, das die Mare de Deu de Lluc darstellt. In heutiger Zeit ist das Kloster Lluc eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Baleareninsel Mallorca, die von über einer Million Touristen im Jahr besucht wird. |