| In der heutigen Zeit wissen die meisten Menschen nicht mehr, wie die fertigen Artikel, die sie in der Ladenkette oder im kleineren Geschäft kaufen, entstehen. Da das Geld meistens begrenzt und somit hauptsächlich der Endpreis der ausschlaggebende Grund für die Anschaffung ist, werden fast alle Produkte maschinell und in sehr großen Mengen hergestellt. In durchgeführten Befragungen konnte man feststellen, dass viele Kinder aus der Großstadt völlig den Bezug zur Natur verlieren. Für sie kommt die Milch nicht aus der Kuh, sondern aus der quaderförmigen Schachtel aus dem Laden. Auch altes Handwerk muss unter dem allgemeinen Preisdruck sehr leiden. Die meisten Menschen können ohnehin den Unterschied zwischen handgefertigten Produkten und maschinell hergestellten Produkten nicht mehr feststellen. So ist es immer öfter zu sehen, dass Kunsthandwerker oder Künstler auf Märkten, Präsentationen und Verbrauchermessen in lebendigen Vorführen Aufklärungsarbeit betreiben, um die Traditionen zu bewahren und verständlich zu machen, was die feinen Unterschiede sind. So wird beispielsweise in der Tradition längst ausgestorbener Berufe in mittelalterlicher Gewandung gearbeitet, was eigentlich als ausgestorben galt. Ein Böttcher fertigt in mühevoller Arbeit aus Holz wasserdichte Behältnisse, der Schmied erzeugt Messer und Hufeisen, ein Zinngießer produziert kleine Figuren und Becher oder ein Modelstecher schnitzt Springerle Model – negativ und spiegelbildlich gearbeitete Plätzchenformen aus Holz. Es gibt fast unendlich viele weitere Beispiele für dieses alte Handwerk und man kann bei derartigen Vorführungen immer wieder Wissenslücken im Publikum schließen. Voraussetzung ist, dass das Konzept des Marktes oder der Messe stimmt. Dann kann man bei der Darbietung solcher Vorführung immer davon auszugehen, dass sich eine riesige Menschentraube um den Vorführenden bildet und ein interessiertes Publikum dem Handwerker über alle Details befragt. |