| Künstlerische oder technische Zeichnungen werden allgemein unter der Bezeichnung Grafiken gelistet. Unter diesem kurzen Wort verbirgt sich eine große Zahl an Unterarten, die man auf den ersten Blick dort nicht vermuten kann. So entscheidet man in erster Linie nach der Herstellungsart für die Druckvorlagen der Grafiken: Im Hochdruckverfahren werden Holzschnitte, Holzstiche oder der Linolschnitt hergestellt. Dabei wird in zwei Ebenen gearbeitet – das Material, welches nicht zum Motiv gehört, wird durch die Hinwegnahme von Spänen entfernt. Die so übrig bleibende obere Ebene wird eingefärbt und auf das zu bedruckende Material aufgepresst. Das Tiefdruckverfahren für die Herstellung von Druckvorlagen für Grafiken beinhaltet Stich- oder Ätzverfahren, wie den Kupferstich, Aquatinta oder die Radierung. Hier wird andersherum gearbeitet. Die Motive werden durch Abnahme von Spänen oder Ätzen mit Säuren in den Druckstock gearbeitet. Neben diesen klassischen Verfahren existieren für das Drucken von Grafiken noch weitere, weniger bekannte Möglichkeiten, wie das Flachdruck-, das Klischeedruck- und das Durchdruckverfahren, die an dieser Stelle nicht näher erläutert werden sollen. Im heutigen Sprachgebrauch wandelt sich die Bedeutung des Wortes Grafiken. Immer mehr werden als Grafiken Abbildungen und Skizzen bezeichnet, die in digitaler Form, teilweise auf geometrische Formen begrenzt im Internet zur Gestaltung von Homepages oder Präsentationen verwendet werden. Aus früheren Berufen, die sich mit der Erstellung von Grafiken beschäftigen, wie der Formschneider oder der Kupferstecher sind mit dem Siegeszug des Internets und der medialen Branche Lernberufe wie der Mediengestalter oder Polygraf geworden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dieser Begriff sowohl für Computergrafik, für Kunst, für Illustrationen oder für Darstellungen der Geometrie genutzt werden kann. |