Schlupfwespen sind eine Gattung von Insekten, welche sich herausragend durch ihre Art der Reproduktion auszeichnen: Sie legen ihre Brut mit einem langen Dorn in andere Insekten, vor allem Motten, Raupen und Larven der Kleidermotte. Die Larven der Schlupfwespe liquidieren dann die befallene Mottenlarve, indem sie diese von innerhalb vertilgen. Annähernd alle Schlupfwespenarten legen ihre Brut nur in jeweilig eine auserkorene Sorte von Insektenlarven. Das macht sie zu sehr gut lenkbaren und wissentlich einsetzbaren Kammerjägern, die nur den zu bekämpfenden Schädling ausrotten und keine anderen, womöglich vorteilhaften Insekten. Im Handel findet man vor allem Wespen gegen Lebensmittelmotten. Diese Wespen sind äußerst winzige Tiere von nicht wirklich einem Millimeter, die ihre Eier bereits in die Brut der Kleidermotte legen - die Larve als wirklicher Schädling schlüpft gar nicht erst. In einem geschlossenen Ort oder noch besser, einem Spind, haben die Wespen schnell sämtliche Motteneier befallen und abgetötet. Neu abgelegte Motteneier werden durch Wiederholung der Kur bekämpft, schon nach wenigen Wiederholungen sind die Motten in der Regel endgültig wie vom Erdboden verschluckt. Die verbleibenden Schlupfwespen fliegen dann auf der Suche nach neuen Motteneiern fort oder versterben nach kurzer Dauer, sie werden höchstens zehn Tage alt. Die toten Wespen fallen durch ihrer kleinen Größe nur als Puder an. Den Menschen stechen Schlupfwespen nicht. Ihr Dorn sieht unter dem Mikroskop zwar im Vergleich zum Leib der Wespe imposant aus, er dient aber anders als bei klassischen Wespen nicht zum Stechen, sondern nur zur Eiablage in Insektenlarven. Gewöhnlich wird man die klitzekleinen Tiere ohne gezielte Nachforschung nicht bemerken. |