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Das erste Pilsener Bier wurde 1842 gebraut

Das erste Pils Bier wurde 1842 in der böhmischen Stadt Plzen (Pilsen) gebraut, der das Getränk auch seinen Namen verdankt. Die spezielle Pilsener Brauart unterscheidet sich von anderen Brauverfahren dadurch, dass die untergärige Brauart Temperaturen zwischen vier und neun Grad erfordert. Diese exakt einzuhaltende Kühlung ist erst seit Erfindung industrieller Kühlanlagen möglich.
 
Da sich, bedingt durch die Kühlung beim Brauprozess, weniger Pilze und Mikroorganismen bilden, ist das untergärige Bier im Vergleich zum obergärigen länger haltbar, benötigt dafür aber eine längere Gär- und Lagerzeit. Das zum Pilsbrauen verwendete Wasser ist von besonders weicher Qualität, das eingesetzte Gerstenmalz ist sehr hell. Neben diesen beiden Bestandteilen dürfen, laut Bayrischen Reinheitsgebot, nur noch Hefe und Hopfen zum Einsatz kommen. Letzterer verleiht dem hellen Gerstensaft die fein-herbe Note, die den Geschmack dominiert. Grundsätzlich ist Pils stärker gehopft als die ebenfalls untergärigen Export- oder Lagerbiere.
 
Im Gegensatz zum Pils sind Weizen-, Kölsch- und Altbiere obergärig gebraut. Seine helle Farbe und vor allem seine aromatische Hopfennote unterscheiden das untergärige Pils also von allen anderen Bierarten. Zwei Drittel aller in Deutschland gebrauten Biere sind Pilsener. Allgemein gelten norddeutsche Pilsener als vergleichsweise herb. Im süddeutschen Raum hergestellte Pilsener Biere sind durch ihren höheren Malzanteil geschmacklich gefälliger. Eint die Deutschen also grundsätzlich die Liebe zum Pils, so scheiden sich die Geister frühestens an der Zapfdauer.
 
Die einen fordern sieben Minuten für das Zapfen eines gepflegten Pilsners. Andere entgegnen, dass das langsame Zapfen dem Geschmack des aromatischen Bieres schade. Einigkeit herrscht wieder beim standesgemäßen Glas: Aroma und Schaumkrone entfalten sich am besten in einer klar gespülten, schlanken Biertulpe. Die optimale Trinktemperatur eines frischen Pilsners liegt bei sechs bis neun Grad. Ein Kohlensäuregehalt von ca. 0,4 bis 0,5 % sorgt für angenehm prickelnden Trinkgenuss.
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Autor: Markus Wagner
Datum: 04.05.2011
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